Legionellen im Warmwasser verstehen

Legionellen sind Bakterien, die in warmem Wasser gut gedeihen. Sie kommen in der Natur vor und gelangen in Spuren auch ins Leitungsnetz. Zum Thema werden sie im Haus, wenn die Bedingungen zur Vermehrung stimmen. Entscheidend ist das Zusammenspiel von Temperatur, Stillstand und Belägen.
Fachbetrieb vermitteln lassen: 01579 2841437
Wo Legionellen sich wohlfühlen
Die Bakterien vermehren sich bei Temperaturen im lauwarmen Bereich besonders gut, also dort, wo Wasser weder richtig kalt noch richtig heiß ist. Wenn dazu noch Stillstand kommt, bilden sich in Leitungen und Speichern Beläge, in denen sie Nahrung finden. Totleitungen, wenig genutzte Stränge und Speicher mit zu niedriger Temperatur sind typische Orte.
Gefährlich wird es nicht beim Trinken, sondern beim Einatmen feiner Wassertröpfchen, wie sie unter der Dusche entstehen. Vor allem Menschen mit geschwächtem Immunsystem oder Vorerkrankungen sind betroffen. Gesunde Menschen erkranken seltener, ein Restrisiko lässt sich aber nicht ausschließen.
Die Rolle der Temperatur
Als allgemeiner Hinweis gilt: Der Warmwasserspeicher sollte nicht dauerhaft unter 55 bis 60 °C betrieben werden, weil bei niedrigeren Werten die Vermehrung begünstigt wird. Die Einstellung der Anlage übernimmt ein Fachbetrieb, einfach den Regler herunterzudrehen ist nicht ratsam.
Höhere Temperaturen erhöhen den Kalkansatz im Speicher, wie unter Kalk im Boiler beschrieben, und die Verbrühungsgefahr an der Zapfstelle. Die Balance zu finden, gehört zur Planung der Anlage.
Stillstand ist ein Risiko
Wenn ein Bad, ein Gästezimmer oder eine Ferienwohnung lange nicht benutzt wird, steht das Wasser in den Leitungen. Auch nach längerer Abwesenheit sollten Sie Hähne und Duschen vor der Nutzung kurz laufen lassen, damit das Wasser im Rohr ausgetauscht wird. Dasselbe gilt für selten genutzte Zapfstellen im Keller oder Garten.
Im Altbau bleiben nach Umbauten oft Leitungsstücke ohne Verbrauch stehen. Solche Totstränge sollte der Installateur beurteilen und, wenn nötig, entfernen. Hintergründe zu älteren Leitungsführungen stehen unter Steigleitung im Altbau.
Was Eigentümer tun und was nicht
Eigentümer können ihren Betrieb im Blick behalten: Dusche und Hähne regelmäßig benutzen, Speicher nicht dauerhaft herunterregeln und Auffälligkeiten melden. An der Anlage selbst, etwa an Zirkulation, Speicher oder Mischern, sollte niemand ohne Fachkenntnis arbeiten.
Entnahme von Wasserproben und Auswertung sind Sache von Fachleuten und zugelassenen Laboren. Welche Vorgaben für Ihr Gebäude gelten, hängt von Nutzung und Anlage ab. Die zuständigen Stellen und Ihr Installateur geben Auskunft, ohne dass Sie sich durch Vorschriften arbeiten müssen.
Wenn etwas auffällig ist
Riecht Warmwasser muffig oder ist die Leitung lange kalt geblieben, lohnt der Anruf beim Installateur. Er prüft, ob ein Strang dauerhaft zu kühl oder ohne Durchfluss ist. Wie sich Geruch und Wasserbild unterscheiden lassen, steht unter Wasser trüb oder braun.
Kommen gesundheitliche Beschwerden hinzu, etwa anhaltender Husten und Fieber nach dem Duschen, sprechen Sie mit Ihrem Arzt und weisen auf die mögliche Ursache hin.
Wann Sie einen Fachbetrieb rufen sollten
Fragen zu Temperatur, Totleitungen oder Probenahmen gehören an einen Fachbetrieb für Trinkwasserinstallation. Einen eingetragenen Installateur vermitteln wir Ihnen telefonisch. Bei gesundheitlichen Fragen wenden Sie sich an Ihren Arzt oder das Gesundheitsamt.
Häufige Fragen
Kann ich Legionellen riechen oder sehen?
Nein. Weder Geruch noch Geschmack oder Aussehen verraten die Bakterien. Nachweisen lassen sie sich nur durch eine Laboruntersuchung einer fachgerecht entnommenen Probe.
Sollte ich Duschkopf und Duschschlauch reinigen?
Duschköpfe und Schläuche bieten Belägen Halt, in denen sich Keime halten können. Entkalken und gelegentliches Austauschen des Schlauchs gehört zur Pflege. Ein schleimiger Film im Schlauch ist ein Grund, ihn zu ersetzen.
Was gilt in der Mietwohnung?
Melden Sie Auffälligkeiten wie muffig riechendes Warmwasser der Hausverwaltung oder dem Vermieter. Notieren Sie, an welcher Zapfstelle und seit wann es auffällt und ob Kalt- und Warmwasser betroffen sind. Diese Angaben helfen später dem Installateur bei der Einschätzung.