Härtebereich auf der Wasserrechnung lesen

Wer einen Enthärter, eine neue Spülmaschine oder ein Waschmittel einstellen will, braucht eine einzige Zahl: die Wasserhärte. Sie steht nicht im Handbuch des Geräts, sondern beim Wasserversorger. Sie ist schnell gefunden und leichter zu lesen, als die Einheiten vermuten lassen.
Fachbetrieb vermitteln lassen: 01579 2841437
Wer die Zahl herausgibt
Die Härte Ihres Leitungswassers misst und veröffentlicht der Wasserversorger, der Ihr Haus beliefert. Er ist gesetzlich gehalten, die Werte seines Netzes bekannt zu machen, und tut das auf unterschiedlichen Wegen. Ein Installateur kann den Wert zwar mit einem Teststreifen grob prüfen, die verbindliche Angabe bleibt aber die des Versorgers.
Wichtig ist, dass der Wert zu Ihrer Adresse gehört. Versorger beliefern oft mehrere Netzgebiete mit Wasser aus verschiedenen Quellen. Zwei Straßen weiter kann deshalb ein anderer Bereich gelten als bei Ihnen. Suchen Sie daher stets nach der Angabe für Ihr Versorgungsgebiet und nicht nach dem Durchschnitt einer ganzen Region.
Wo Sie die Angabe finden
Der erste Blick gilt der Jahresabrechnung oder dem beiliegenden Infoblatt. Manche Versorger drucken den Härtebereich direkt neben dem Verbrauch auf, andere legen einmal im Jahr eine Wasseranalyse bei. Suchen Sie nach Begriffen wie Wasserhärte, Härtebereich, Gesamthärte oder Calciumcarbonat.
Fehlt die Angabe auf dem Papier, hilft die Webseite des Versorgers. Dort gibt es meist eine Seite zur Trinkwasserqualität, auf der Sie Ihren Ort oder Ihre Postleitzahl eingeben und die Werte abrufen. Auch ein kurzer Anruf bei der Kundenberatung führt zum Ziel. Wer in einem Mehrfamilienhaus wohnt, fragt zudem bei der Hausverwaltung nach, denn dort liegen die Abrechnungen meist vor.
°dH, mmol und die drei Bereiche
Die Härte wird in zwei Einheiten angegeben. Älter und im Alltag verbreitet sind Grad deutscher Härte, kurz °dH. Daneben steht die Angabe in Millimol Calciumcarbonat je Liter. Für die Umrechnung gilt als Faustregel: Ein Millimol je Liter entspricht rund 5,6 °dH. Beide Zahlen beschreiben dasselbe Wasser, nur die Skala ist verschoben.
Aus den Zahlen leiten sich drei Bereiche ab. Weiches Wasser hat wenig gelöste Mineralien, mittleres Wasser liegt in der Mitte, hartes Wasser enthält besonders viel Kalk. Die Grenzen sind im Wasch- und Reinigungsmittelgesetz festgelegt. Auf Verpackungen von Spülmaschinensalz oder Waschmittel finden Sie dieselben Bereiche wieder, dort stehen die Dosierhinweise passend zur Härte.
Was Sie mit dem Wert anfangen
Mit der Zahl in der Hand lassen sich viele Geräte richtig einstellen. Die Spülmaschine kennt meist eine Stufe für den Salzverbrauch, die Waschmaschine eine Empfehlung zur Waschmittelmenge. Auch beim Kauf eines Boilers oder Durchlauferhitzers lohnt der Blick auf die Härte, denn sie bestimmt, wie rasch sich Kalk an den Heizflächen absetzt, wie der Ratgeber zu Kalk im Boiler zeigt.
Wer erwägt, die Härte im Haus zu verändern, sollte den Unterschied zwischen den Verfahren kennen. Eine Übersicht dazu bietet der Vergleich von Filter und Enthärter. Den Einbau übernimmt in jedem Fall ein eingetragener Installateur, denn die Anlage greift in die Trinkwasserinstallation hinter dem Zähler ein.
Schwankende Werte richtig einordnen
Manchmal steht statt einer festen Zahl eine Spanne, etwa von einem unteren bis zu einem oberen Wert. Das liegt an wechselnden Zuflüssen im Netz. Für Einstellungen am Gerät nehmen Sie dann den oberen Wert, damit die Anlage nicht zu knapp arbeitet.
Gibt es im Haus eine eigene Brunnenanlage, gilt die Angabe des Versorgers nicht. Das Wasser aus Eigenversorgung muss untersucht werden, und die Analyse zeigt neben der Härte weitere Werte. Die Eigenversorgung ist dem Gesundheitsamt anzuzeigen.
Wann Sie einen Fachbetrieb rufen sollten
Ein Fachbetrieb ist gefragt, sobald an der Trinkwasserinstallation etwas verändert werden soll, etwa beim Einbau einer Enthärtungsanlage, eines Filters oder eines neuen Speichers. Den passenden Installateur vermitteln wir, rufen Sie dazu einfach an. Die Härteangabe selbst erfragen Sie beim Wasserversorger.
Häufige Fragen
Ist hartes Wasser ungesund?
Nein. Calcium und Magnesium, die das Wasser hart machen, sind unbedenklich. Härte ist eine Frage von Kalkablagerungen und Reinigungsaufwand, nicht von Gesundheit. Für Boiler, Armaturen und Geräte spielt sie eine Rolle, für das Trinken nicht.
Woran erkenne ich Kalk an Armaturen?
Weißliche, raue Beläge an Hahn, Duschkopf und Perlator deuten auf Kalk hin, vor allem dort, wo Wasser verdunstet. Entkalkungsmittel setzen Sie nach Herstellerangabe ein und testen sie erst an einer unauffälligen Stelle. Der Härtewert erklärt, warum es an einer Adresse schneller geht als an einer anderen.
Was hilft bei der Planung einer Enthärtung?
Hilfreich sind der Härtewert, die Zahl der Personen im Haushalt, die Art des Warmwasserspeichers und ein Foto vom Anschlussraum mit dem Wasserzähler. Mit diesen Angaben lässt sich am Telefon einschätzen, was vor Ort zu klären ist.