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Kalk in Franken

Kalkablagerungen im Wasserkocher und am Strahlregler

Das Leitungswasser in Mittel- und Oberfranken ist nicht überall gleich. In Forchheim ist das Wasser ein anderes als in Strullendorf, und selbst innerhalb einer Stadt können Versorgungszonen abweichen. Die Härtebereiche und einige Beispiele zeigen, wie groß die Unterschiede sind.

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Was Wasserhärte ist

Wasserhärte beschreibt, wie viel Kalzium und Magnesium im Wasser gelöst sind. Beides stammt aus dem Gestein, durch das das Grundwasser fließt. Gemessen wird in Grad deutscher Härte, kurz °dH. Je höher der Wert, desto mehr Kalk setzt sich beim Erhitzen und Verdunsten ab.

Die Einteilung in Härtebereiche ist im Alltag handlicher als die Zahl: weich bis 8,4 °dH, mittel von 8,4 bis 14 °dH und hart ab über 14 °dH. Auf der Wasserrechnung steht der Bereich oft schon in Worten. Wie Sie die Angabe finden, erklärt der Ratgeber Härtebereich auf der Wasserrechnung lesen.

Beispiele für weiches Wasser

Strullendorf bewegt sich mit 2,6 bis 3,2 °dH am weichen Ende. In Feucht liegt die Gesamthärte bei 5,2 °dH, in Wendelstein bei 5,3 °dH und in Scheßlitz bei 5,9 °dH. Auch Roth ist mit 7,0 °dH im Norden und 7,5 °dH im Süden weich, ebenso Altdorf bei Nürnberg mit 7,1 °dH. In Bayreuth fällt der größte Teil des Stadtwassers in den weichen Bereich.

Weiches Wasser belastet Armaturen und Geräte weniger. Das heißt nicht, dass Kalk nie ein Thema wäre. Wo Wasser lange erhitzt wird, bleiben Ablagerungen auch bei niedrigen Werten nicht aus, sie bauen sich nur langsamer auf.

Beispiele für mittleres Wasser

Burgthann liegt bei 8,8 °dH und damit knapp im mittleren Bereich. In Neunkirchen am Brand liegt die Härte bei 12,2 °dH, in Lauf an der Pegnitz bei 12,8 °dH und in der Kernstadt von Gunzenhausen 13,8 °dH. In Nürnberg liegt das Wasser überwiegend im Bereich mittel. In Bamberg-Ost liegen die Werte bei 13,1 °dH.

Die Spanne innerhalb des mittleren Bereichs ist weit. Wer bei 9 °dH wohnt, hat kaum mit Belägen zu kämpfen, bei 13 °dH setzen sich Armaturen und Duschwände merklich zu.

Beispiele für hartes Wasser

Im harten Bereich liegen viele Orte. Ansbach erreicht rund 16 °dH, Stein etwa 17 °dH, in Bamberg liegen Gaustadt, Inselgebiet und Berggebiet zwischen 17,9 und 18,2 °dH. Langenzenn kommt im Norden auf 18,8 °dH und im Süden auf 20,8 °dH. In Herzogenaurach sind es 16,6 °dH in der Tiefzone und 20,3 °dH in der Hochzone.

Forchheim liegt bei rund 22 °dH. Noch höher geht es in Teilen von Neuhof an der Zenn: Der Hauptort wird mit 20,2 °dH versorgt, Neuselingsbach und Neuziegenrück liegen bei 30,3 °dH. Hier macht sich Kalk deutlich bemerkbar.

Was Härte im Haus bewirkt

Bei hartem Wasser setzt sich Kalk an Armaturen, Duschköpfen und Fliesen ab, verengt Perlatoren und verkrustet Heizstäbe in Boilern. Das kostet Geräte Leistung und Lebensdauer und macht Putzen aufwändiger. Wie Kalk im Warmwasserspeicher wirkt, beschreibt der Ratgeber Kalk im Boiler: Anzeichen und Folgen.

Ob eine Enthärtung sinnvoll ist, hängt von Härte, Hausgröße und Nutzung ab. Auf der Seite Kalkschutz und Enthärtung steht, welche Verfahren es gibt. Eine Entscheidung ohne Messung wäre vorschnell, deshalb steht der Härtewert am Anfang.

So finden Sie Ihren Wert

Fragen Sie beim örtlichen Wasserversorger nach der Härte Ihrer Adresse oder suchen Sie auf dessen Webseite nach der Trinkwasseranalyse. Bei Eigenversorgung oder Hausbrunnen muss das Wasser untersucht werden: Eine Probe wird im Labor ausgewertet.

Die Werte hier dienen der Orientierung. Versorgungszonen ändern sich, Mischwasser kann Härten verschieben, und einzelne Ortsteile weichen ab.

Wann Sie einen Fachbetrieb rufen sollten

Rufen Sie an, wenn Kalk an Armaturen und Geräten immer wieder Probleme macht, der Boiler knackt oder eine Enthärtung geplant ist. Ein vermittelter Betrieb kann die Wasserwerte einordnen und mit Ihnen besprechen, welche Lösung zu Ihrem Haus passt.

Häufige Fragen

Woher kommen die weißen Flocken im Wasserkocher?

Beim Erhitzen fällt Kalk aus dem Wasser aus. Die Flocken sind unbedenklich und lassen sich mit Zitronensäure oder Essig lösen. Sie zeigen nur, dass das Wasser Härtebildner enthält.

Ist hartes Wasser gesundheitsschädlich?

Nein. Kalzium und Magnesium sind für den Körper unbedenklich. Hartes Wasser belastet Geräte, Armaturen und Oberflächen, nicht die Gesundheit. Bei Fragen zur Trinkwasserqualität wenden Sie sich an Ihren Wasserversorger oder das Gesundheitsamt.

Woran unterscheide ich Kalk von Rost im Becken?

Kalk ist weiß bis grau und löst sich in Essig. Braune oder orange Beläge deuten auf Eisen oder Rost und haben mit der Härte nichts zu tun.