Wasserzähler läuft ohne Verbrauch

Alle Hähne sind zu, die Waschmaschine steht, und doch dreht sich das kleine Rädchen am Zähler weiter. Das ist ein Zeichen, dass irgendwo Wasser abfließt. Meist ist die Ursache harmlos und schnell gefunden, manchmal steckt ein verdecktes Leck dahinter.
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Was der Zähler tatsächlich anzeigt
Ein Wasserzähler registriert jede Menge, die ihn durchströmt. Bei den meisten Geräten gibt es neben den Ziffern ein kleines Sternrad oder eine Flügelscheibe, die sich schon bei sehr geringem Durchfluss bewegt. Dreht sie sich bei geschlossenen Entnahmestellen, fließt Wasser, das Sie nicht eingeplant haben.
Nicht jede Bewegung ist ein Fehler. Eine Waschmaschine zieht Wasser nach, ein Warmwasserspeicher kann nach dem Aufheizen minimal Wasser in den Ausdehnungsbehälter drücken, und manche Geräte wie eine Bewässerung im Garten laufen nach Zeitplan. Prüfen Sie, ob ein solcher Verbraucher gerade arbeitet, bevor Sie den Fehler im Haus suchen.
Die Prüfung in der Praxis
Schließen Sie alle Hähne, und achten Sie darauf, dass Spülmaschine und Waschmaschine aus sind. Dann schauen Sie auf den Zähler. Bewegt sich das Sternrad dauerhaft, notieren Sie den Stand und prüfen nach etwa einer Stunde, ob sich die Zahl geändert hat. Ändert sie sich, ist der Verlust real.
Als Nächstes schließen Sie nacheinander die Eckventile der einzelnen Verbraucher, etwa am WC, am Waschbecken und an der Waschmaschine. Hört das Rädchen bei einem der Ventile auf, ist der dahinterliegende Verbraucher die Quelle. Ist das nicht der Fall, liegt der Verlust zwischen Zähler und Eckventilen, also in der Leitung selbst. Das Hauptabsperrventil sitzt in Fließrichtung vor dem Zähler, es ist die letzte Möglichkeit, das Wasser im ganzen Haus anzuhalten.
Der Klassiker: Spülkasten und WC
In den meisten Fällen verliert ein Haus sein Wasser am WC. Ein Spülkasten, dessen Ablaufventil nicht ganz dicht schließt, lässt dünn Wasser in die Schüssel laufen. Zu sehen ist das manchmal als feiner Wasserfilm an der Keramik, zu hören als leises Rieseln. Hier ist die Dichtung am Ablauf verhärtet, verkalkt oder verschoben.
Mit einem Löffel Lebensmittelfarbe im Kasten lässt sich der Verdacht bestätigen. Taucht die Farbe nach einer Viertelstunde ohne Spülung in der Schüssel auf, ist das Ventil undicht. Mehr zu den Ursachen und zum Ablauf der Spülung steht im Ratgeber WC spült ständig nach: Ursachen.
Tropfende Armaturen und Eckventile
Ein tropfender Hahn verbraucht über Wochen erstaunlich viel Wasser, weil die einzelnen Tropfen sich summieren. Auch unter dem Waschbecken kann es feucht werden, wenn ein Eckventil an der Spindel oder am Anschluss undicht ist. Oft genügt ein Griff mit trockenem Küchenpapier, um das zu prüfen.
Wie Sie Kartusche und Dichtung unterscheiden, erklärt Wasserhahn tropft: Kartusche oder Dichtung. Das Ventil zum Eckanschluss ist ein eigenes Thema. Eckventile werden selten bewegt und klemmen oder tropfen deshalb irgendwann.
Wenn der Verlust im Verborgenen liegt
Zeigt sich nirgends ein Tropfen und läuft der Zähler trotzdem, kommt ein Leck in der Leitung in Frage. Typische Orte sind Verbindungen in der Wand, Leitungen unter dem Estrich und Stücke im Erdreich zwischen Hausanschluss und Gebäude. Warnzeichen sind feuchte Flecken, Schimmel, abgeplatzter Putz, ein modriger Geruch oder ein ungewöhnlich kalter Fußboden.
Das Wasser kann dabei über längere Zeit unbemerkt Schaden anrichten. Ein dauerhaft laufender Zähler gehört deshalb nicht auf die lange Bank. Hinweise zur Beobachtung an Wand und Zähler liefert der Beitrag Rohrbruch erkennen: Hinweise an Wand und Zähler.
Was Sie festhalten sollten
Notieren Sie Datum, Uhrzeit und Zählerstand, machen Sie ein Foto vom Zähler und fassen Sie in zwei Sätzen zusammen, welche Ventile Sie geschlossen haben und was sich dadurch verändert hat. Mit diesen Angaben kann ein Fachbetrieb viel schneller eingrenzen, wo gesucht wird, und die Ortung bleibt auf den nötigen Bereich beschränkt.
Wann Sie einen Fachbetrieb rufen sollten
Läuft der Zähler weiter, obwohl Sie jedes Eckventil geschlossen haben, oder zeigen sich feuchte Stellen an Wand und Boden, rufen Sie an. Wir vermitteln einen Fachbetrieb, der den Verlauf der Leitungen prüft und das Leck mit geeigneten Verfahren ortet. Das Weitere besprechen Sie direkt mit dem vermittelten Betrieb.
Häufige Fragen
Zeigt ein Zähler mit Display oder Funkmodul einen Verlust an?
Viele elektronische Zähler blenden ein Symbol für Durchfluss oder einen Leckagehinweis ein. Fotografieren Sie die Anzeige samt Zählernummer. Ein Blick auf frühere Jahresabrechnungen zeigt außerdem, ob der Verbrauch ohne erkennbaren Grund gestiegen ist.
Kann ein defekter Zähler der Grund sein?
Das ist selten. Zähler arbeiten sehr zuverlässig, und eine Bewegung bei geschlossenen Hähnen deutet fast immer auf einen echten Verlust hin. Haben Sie alle Verbraucher geprüft und nichts gefunden, klären Sie die Frage mit dem Versorger, dem der Zähler gehört.
Darf ich bei der Suche Leitungen öffnen?
Nein. Sie können Ventile schließen, Spülkästen prüfen und Armaturen beobachten. Arbeiten an der Trinkwasserinstallation hinter dem Zähler führt ein eingetragener Installateur aus. Das schützt Sie auch vor Folgeschäden durch eine unsachgemäß geöffnete Leitung.
Kann ein defekter Druckminderer Verluste begünstigen?
Ein Druckminderer, der nicht mehr regelt, lässt hohen Netzdruck in die Hausleitungen. Das belastet Dichtungen und Verbindungen und kann kleine Undichtigkeiten fördern. Ein Manometer hinter dem Zähler zeigt den Wert; auffällig hohe Werte schaut sich ein Installateur an.